Vor einigen Jahren habe ich mich sehr dafür eingesetzt, dass die Mittel aus der Feuerschutzsteuer sinnvoller eingesetzt werden. Die Umverteilung hatte viele Bausteine. Ein Baustein war das Kreiszeltlager der Jugendfeuerwehr finanziell zu stärken, damit die Teilnahmebeiträge sinken konnten. Ein weiterer Baustein war es, die Ausbildung für Atemschutzgeräteträger zu stärken. Dieser Baustein beinhaltet unter anderem die sogenannte Wärmeausbildung für ausgebildete Atemschutzgeräteträger zur Auffrischung bei der Firma Feurex GbR in Helmstedt.

In einem Trupp (also zu zweit) muss man einen Hindernisparcours in einem Container bewältigen. Der Clou: Man hat im Innern wirklich eine absolute Nullsicht, man kann folglich ausschließlich fühlen und tasten. Wirklich, nicht mal die Hand erkennt man mehr vor dem Gesicht! Der erste Auftrag war es, eine vermisste Person zu finden. Nicht einfach, wenn man wirklich nichts sehen kann, es sehr sehr heiß ist und überall Hindernisse im Weg liegen. Zumeist haben wir im Trupp uns an den Händen festgehalten, damit man sich nicht verliert. Fest steht, ohne Sicherungsleine hätte man den Weg nicht mehr herausgefunden.

Der zweite Teil beinhaltet die Brandbekämpfung im geschlossenen Raum. Eine wirklich tolle Übung. Der Raum war so heiß und verraucht, dass man nur kniend die Brandbekämpfung vornehmen konnte. Das Unfaire an der Sache: In geschlossenen Räumen muss das Wasser sehr dosiert eingesetzt werden. Zum einen möchte man natürlich keinen Schaden anrichten, der größer ist als der Schaden durch das Feuer, zum anderen verdampft das Wasser aufgrund der großen Hitze sofort. Jeder kennt das Prinzip aus der Sauna (bei einem Aufguss). Löscht man also das Feuer im geschlossenen Raum zu intensiv, kann diese im Umkehrschluss zu schweren Verbrennungen führen, da der Wasserdampf auch vor der guten Schutzkleidung keinen Halt macht.

Genau darum ging es aber in der Übung: Eine Gefühl für die richtige Wassermenge zu bekommen. Natürlich war das alles sehr schweißtreibend und anstrengend. Die Schutzkleidung – kostet übrigens deutlich mehr also 1000 Euro – war am Ende nicht nur dreckig, sondern auch nass. Aber nicht nur vom Löschwasser.

Abschließend sei zu bemerken: Diese Ausbildung war nur möglich, weil die Städte, Gemeinden und Samtgemeinden auf Gelder zum Beispiel für den Kauf von Fahrzeugen verzichteten. Ich finde, es hat sich gelohnt und die Samtgemeinde hat alles richtig gemacht.